15.11.2018 16:02:00
von Dr. Winfried Breil

Auch im Zentrum des Schwarzwald-Tourismus gibt es Probleme: "Heiße Eisen"

Unter der Leitung von Dr. Patrick Rapp MdL und auf Einladung des Geschäftsführers der „Hochschwarzwald Tourismus GmbH“, Mag. Thorsten Rudolph, tagte der CDU-Landesfachausschuss Tourismus in Hinterzarten, dem Zentrum des Schwarzwald-Tourismus. Bei der Behandlung einiger „heißen Eisen“ war auch der Vertreter des Landesvorstands der Senioren-Union, Dr. Winfried Breil, erneut dabei.

Pfarrkirche Maria in der Zarten und das Adler-Skistadion, 893 m.ü.NN / Foto: W. Breil

„Heißes Eisen“: Gewinnung von Mitarbeitern und flexiblere Arbeitszeiten

Diese Probleme sind nicht neu, aber sie verschärfen sich, sucht doch auch der Tourismus im Hochschwarzwald mittlerweile händeringend nach geeignetem Personal. Nicht nur beim Arbeitsamt wird nachgefragt, sondern auch direkt in Ungarn und Bulgarien wird nach Mitarbeitern gesucht, weil es schwer ist, gute einheimische Kräfte zu finden. Die Hochschwarzwald Card mit ihren zahlreichen Vergünstigungen wird den Beschäftigten angeboten, damit sie bessere Lebensqualität haben.

Bereits in den Schulen muss in Zukunft Interesse an touristischen Berufen und Ausbildungsgängen geweckt werden, und es sind mehr Sprachkenntnisse nötig, damit die ausländischen Märkte besser bedient werden können. Schließlich spielt natürlich die Bezahlung eine große Rolle, denn wenn beispielsweise eine Stadtführerin in Mannheim für eine Stunde Stadtführung 25 € erhält, dann muss sich niemand wundern, dass in Zukunft dafür niemand gewonnen werden kann.

Das Problem der unflexiblen Arbeitszeiten in der Gastronomie ist ebenfalls nicht neu, doch muss überlegt werden, wie bei gleicher Arbeitszeit beispielsweise von 40 Stunden pro Woche die Arbeit flexibler organisiert wird. Es geht nicht um mehr Wochenarbeitszeit, sondern um eine flexiblere Verteilung der Arbeit. Hierbei sind die Gastronomen gefordert, aber sicherlich auch die Gewerkschaften.

Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

„Heißes Eisen“: Vermarktung, Regionalität und Infrastruktur

Es muss mehr für die Ferienwohnungen im Land getan werden, denn die Vermarktung in der Fläche ist noch zu gering. Die „Kuckucksnester“ sind ein guter Anfang, aber es bleibt noch viel Potential. Außerdem sind mehr Online-Buchungen nötig, was aber nur funktioniert, wenn die Digitalisierung im ganzen Land weiter vorangetrieben wird.

Die Regionalität muss stärker beachtet werden. Regionale Produkte wie auch die gute Luft beispielsweise in den Mittelgebirgen im Land müssen mehr herausgestellt werden.
Kommunen haben Probleme bei der Infrastruktur, so dass Hallenbäder geschlossen werden müssen, weil Bademeister fehlen oder das Geld für Renovierungen. Beschneiungsanlagen funktionieren nicht oder Wettkampfstätten müssen renoviert werden.

Schließlich ist die Kirchturmpolitik von Bürgermeistern nicht hilfreich, wenn beispielsweise in Heidelberg der Oberbürgermeister das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen verhindern will, damit nicht noch mehr Touristen in die Stadt kommen. Das bedeutet das Ende für manche Stadtführerin, wie eine Vertreterin dieses Berufszweiges eindringlich schilderte.

 

Foto: W. Breil

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