08.08.2019 12:16:00
von Dr. Winfried Breil

„Tourismuskonzeption Baden-Württemberg 2019“ - Der CDU-Landesfachausschuss Tourismus mit erster Analyse

Der CDU-Landesfachausschuss Tourismus / Foto: CDU

Eine neue Tourismuskonzeption – nach zehn Jahren

Titelseite der Tourismuskonzeption / Foto: W. Breil

Nun ist sie fertig, die neue „Tourismuskonzeption Baden-Württemberg 2019“, die der zuständige Minister Guido Wolf MdL am 16. Juli 2019 der Öffentlichkeit präsentierte. Die alte Konzeption ist immerhin zehn Jahre alt (2009) und bedurfte dringend eines Ersatzes. Denn die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen sind enorm:

- Globalisierung
- Digitalisierung
- demografischer Wandel
- veränderte und hohe Ansprüche der Gäste.

Den Tourismus in Baden-Württemberg zukunftsfähig aufstellen! Das ist das Ziel, das diese Tourismuskonzeption verfolgt.“ (S. 109).

Unter der Leitung von Dr. Patrick Rapp MdL, dem Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Tourismus, Naturschutz und Forst, machte der CDU-Landesfachausschuss, dem Dr. Winfried Breil als Vertreter des Landesverbands der Senioren-Union angehört, eine erste Analyse.

 

Eine breite Basis

Es hat über 18 Monate (Januar 2018 bis Juli 2019) gedauert, bis die neue Konzeption fertiggestellt war. Sie umfasst 130 Seiten, 19 Fotos mit Motiven aus dem ganzen Land und 19 Abbildungen und Diagramme.

In einem bisher einmaligen Prozess wurden alle privaten und öffentlichen touristischen Akteurinnen und Akteure an der Erstellung des Konzepts beteiligt: beispielsweise Europa Park Rust, Wilhelma, Staatliche Schlösser und Gärten, Biosphärengebiet Schwäbische Alb, Nationalpark Schwarzwald, Landesarbeitsgemeinschaft „Urlaub auf dem Bauernhof“, DEHOGA, IHK, Heilbäderverband, Landratsämter, Städte. Gemeinden und diverse Ministerien, Tourismus Marketing Baden-Württemberg, Demografiebeauftragter und Landesseniorenrat, dem auch der Landesverband der Senioren-Union angehört, insgesamt 205 Akteure.

 

Ein hoher Anspruch

Radwanderer im Donautal / Foto: W. Breil

Die ökonomische Relevanz wird mit stolzen Zahlen untermauert (S. 72):

- fast 73 Mrd. Übernachtungen in Betrieben
- 89,9 Mio. Übernachtungen in Privathaushalten
- 539 Mio. Tagesreisen
- fast 25 Mrd. € Bruttoumsätze
- über 2 Mrd. touristisches Steueraufkommen
- 390.160 Vollzeitarbeitsplätze im Jahr 2017

 

Der Tourismus ist in der Bewertung von Minister Guido Wolf ein „zentraler Wirtschaftsfaktor und Jobmotor“ (Vorwort).

Der Tourismus ist eine Leitökonomie in Baden-Württemberg!“ (S. 17)

 

Höchste Priorität: Grundprinzipien als Querschnittsaufgaben

Schäfer auf der Schwäbischen Alb / Foto: W. Breil

Qualität, Nachhaltigkeit, Tourismus für Alle und Innovation – diese vier Grundprinzipien sollen dem Tourismus der Zukunft zugrunde liegen.

- Qualität umfasst Erlebnis-, Produkt-, Service-, Infrastruktur- und Kommunikationsqualität: „Wer zufriedene Gäste haben möchte, muss mit anderen Beteiligten kooperieren“ (S. 94).
- Nachhaltigkeit und Einstellung auf den Klimawandel soll ökologisch sein (Emissionsreduktion, Ressourcenschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt), soll ökonomisch (Wettbewerbsfähigkeit, Rentabilität) und sozial sein (Teilhabe, Kundenwünsche). Urlaub soll eben klimaneutral und sozialverträglich sein.
- Tourismus für Alle soll die Teilhabe von Behinderten und Senioren in allen Bereichen, also auch in Kultur, Freizeit und Sport, sichern. Diese Personen „werden im Zuge des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnen“ (S. 99). Das ist übrigens die einzige Stelle in der gesamten Konzeption, an der die Senioren explizit erwähnt werden!
- Innovation sollte ein Ansporn für den Tourismus sein: „Wer hat`s erfunden? Und zwar fast alles? Eben! Vom Fahrrad bis zum Auto, vom Teddy Bär bis zu den Seifenblasen und von der Schwarzwälder Kirschtorte bis zum Spaghetti-Eis – Baden-Württemberg ist das Erfinderland Nr. 1 und meldet jedes Jahr über 14.000 Patente neu an“ (S. 101).

(Quelle: Tourismuskonzeption Baden-Württemberg 2019, Stuttgart 2019)

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