07.12.2018 13:01:00
von Claus Bühnert

Deutsche Umwelthilfe auf dem Prüfstand

Es steht außer Frage, dass die Automobilindustrie nicht aus der Pflicht entlassen werden kann, für belastbare Lösungen in der Frage der Dieselemmissionen zu sorgen. Bei aller berechtigt heftigen Kritik - neben den ökologischen und medizinischen Risiken können ökonomische nicht außer Acht gelassen werden. Ökonomisch heißt hier konkret: Arbeitsplätze.

Dies scheint der Redaktion von Monitor nicht wirklich wichtig zu sein. Und der Deutschen Umwelthilfe auch nicht. Dieser nämlich ist Monitor jetzt beigesprungen, verteidigt deren Vorgehen gegen die deutschen Automobilhersteller. Und wittert dabei Machenschaften. Es wird suggeriert, der besagte Antrag sei so etwas wie der Kotau vor der geballt in Nordwürttemberg ansässigen Automobilindustrie und ihren Zulieferern, weil diese ja Spender seien. Dumm nur, dass die Monitor-Redakteure im Rechenschaftsbericht der CDU Nordwürttemberg offenbar nichts dazu finden konnten. Nachdenklich muss indes machen, dass Toyota die Deutsche Umwelthilfe großzügig finanziell unterstützt hat, nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe in den letzten knapp 20 Jahren mit fast 1 Mio. EURO! Toyota kam bekanntlich vor seiner Ankündigung, den Diesel-Verkauf in Europa zu beenden, mit Dieselfahrzeugen in seiner Flotte hierzulande nur auf einen Zulassungsanteil von 20 Prozent. Bei den deutschen Automobilbauern wird die doppelte bis dreifache Zahl erreicht, mit den entsprechenden Auswirkungen auf Arbeitsplätze. Beschäftigt man sich weiter mit dem Engagement von Toyota bei der Deutschen Umwelthilfe (siehe z. B. Beitrag auf FAZ.net), werden die Fragezeichen nicht weniger, sondern mehr. Toyota hat übrigens mittlerweile verkündet, die Deutsche Umwelthilfe ab dem kommenden Jahr nicht mehr finanziell zu unterstützen. Wollte man nicht in den aufkommenden Gegenwind geraten?

Klar ist natürlich: Die Frage der Dieselemmissionen enscheidet sich nicht an der Gemeinnützigkeit der Deutschen Umwelthilfe. Aber vielleicht sollte man einmal die vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Automobilbranche fragen, wie gemeinnützig sie das Vorgehen der Deutschen Umwelthilfe angesichts der Gefährdung ihrer Arbeitsplätze halten.

(Titelbild: Fotolia by Adobe / © R. Best)

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