28.08.2020
von Reinhild Berger

Gutes Essen ist heilsam

Ernährung und Lebensgefühl

Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, nahm im Landtag Stellung zu den Fragen, die Klaus Burger MdL und Vorstandsmitglied des Senioren-Union-Landesverbands Baden-Württemberg, in die letzte Landtagssitzung vor der Sommerpause einbrachte.

Friedlinde Gurr-Hirsch betonte die besondere Rolle der Ernährung zum Lebensgefühl aller, besonders aber auch älterer Menschen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Senioren, die im häuslichen Umfeld leben und sich selbst bzw. in der Familie versorgt werden, stärker übergewichtig oder sogar adipös seien als gleichaltrige Senioren, die in Einrichtungen betreut werden. Auch in Krankenhäusern wären viele Patienten eher unter- oder mangelernährt. Friedlinde Gurr-Hirsch betonte, dass die Bedeutung bedarfsgerechter und ausgewogener Mahlzeiten erkannt sei und es seitens der Landesregierung unterstützende Projekte gebe, um die Ernährung nicht nur in Kitas und Schulen, sondern auch in Senioreneinrichtungen zu verbessern.

Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gebe es Programme für nachhaltige Verpflegung und Unterstützung zur Erstellung von Speiseplänen. Einrichtungen können sich mit Hilfe der DGE-Programme zertifizieren lassen. Die Landesregierung leiste hier durchaus Überzeugungsarbeit, diese Zertifikate zu erwerben. Im Übrigen können auch Senioren selbst oder betreuende Angehörige ihre Ernährungskompetenz in Kursen, die von der DGE angeboten werden, ausbauen.

Die Autorin

Reinhild Berger

Reinhild Berger ist Apothekerin im Ruhestand und Fachjournalistin. In der Senioren-Union der CDU ist sie aktiv als

  • Pressereferentin im Landesvorstand Baden-Württemberg und im Bezirksvorstand Nordwürttemberg
  • Beisitzerin im Kreisvorstand Ludwigsburg
  • Beisitzerin im Vorstand des Stadtverbands Ludwigsburg und Umgebung
Modellprojekt - Bewerbungen noch möglich

Friedlinde Gurr-Hirsch verwies auf ein geplantes Modellprojekt "Gutes Essen in der Seniorenverpflegung" des Landeszentrums für Ernährung Baden-Württemberg, das leider durch die Corona-Krise in den Hintergrund geraten sei. Ziel des Projektes ist es, die Qualität der Verpflegungsangebote für Seniorinnen und Senioren zu optimieren und Einrichtungen bei der Umsetzung eines gesundheitsfördernden, nachhaltigen und genussvollen Verpflegungskonzepts zu unterstützen. Bewerbungen sind weiterhin möglich.

Teilnehmen können laut Internetseite des Landeszentrums für Ernährung alle stationären Pflegeeinrichtungen für Seniorinnen und Senioren, die ihren Sitz in Baden-Württemberg haben. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Modellprojektziele ist es wichtig, dass alle, die in der Einrichtung für die Verpflegung verantwortlich sind, wie Heim-/Hausleitung und Hauswirtschafts-/Küchenleitung, bereit sind, das Modellprojekt aktiv mitzutragen.

„Auf Rädern zum Essen“

Mit einer Zusatzfrage legte Klaus Burger einen weiteren Schwerpunkt auf die soziale Komponente von Gruppenmahlzeiten: Ließe sich die Aktion „Essen auf Rädern“ nicht umdrehen in „Auf Rädern zum Essen“? Mit diesem Vorschlag könnte gemeint sein, dass mobile Personen die Mittagstafel in Einrichtungen, die eine vollwertige Mittagsmahlzeit anbieten, mit ihrer Anwesenheit bereichern und dabei soziale Kontakte pflegen.

Friedlinde Gurr-Hirsch betonte, wie wichtig es sei, Initiativen zu stärken, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Zuversichtlich stimmte auch die Idee, dass Heime und Einrichtungen einen Kurswechsel in Richtung Ökologie vornehmen könnten. Wenn in der Landschaft die Erzeugung von Bio-Produkten in den nächsten Jahren ausgebaut und verstärkt werde, könnten Einrichtungen, Heime, Kliniken usw. als Abnehmer der Produkte diesen Trend mittragen. Natürlich gehe es hier um die Kosten der Verpflegung - aber darüber müsse man reden.

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