23.05.2019 15:34:00
von Claus Bühnert
Auf niedrigster Streitkulturebene angelangt:

Youtuber will "Zerstörung der CDU".

Ein beispielhaftes Machwerk der Diffamierung
Ganz am Schluss seines Videos – wenn man es bis dahin ausgehalten hat – offenbart der linke Youtuber Rezo rotzlümmelhaft seine wahre Motivation. Er beklagt sich darüber, dass die ältere Generation einen großen Anteil der Wähler stellt, die ja nichts verstehen von Politik und auf die man deshalb einreden muss, offenbar so wie auf eine dumme kranke Kuh. Das ist doch mal wahres Demokratieverständnis. Zynisch behauptet Rezo, nach christlich-humanistischen Werten zu handeln, um gleichzeitig andere auf übelste Weise zu diffamieren und verächtlich zu machen. Das Video ist ein beispielhaftes Machwerk für politische Diskreditierung auf einem Medienkanal.

Einseitige Beweisführung
Im Visier steht vordergründig die CDU, aber auch andere staatstragenden Parteien bekommen heftige Seitenhiebe ab. Selbstherrlich attestiert er sich in seinem Fazit, seine Aussagen seien das nüchterne Ergebnis seiner Recherchen. Welchen Dingen ist er denn auf den Grund gegangen und wie? Er wirft ja mit Quellen nur so um sich. Jedoch beruft er sich durchweg auf Expertenmeinungen und Stellungnahmen, die ausschließlich der Beweisführung seiner Meinung dienen und verkündet quasi zugleich das Ende der Wahrheitsfindung. Keinerlei Skrupel hat er, nur jene Stellen herauszupicken, mit der sich eine „Schutt-und-Asche“-Argumentationskette flechten lässt. Schon eine kurze nähere Betrachtung von Quellen offenbart, was Rezo unter „Wahrheitsfindung“ versteht.

„Sage immer die Wahrheit, aber nie alle Wahrheit!“
In einer langen Liste – die wahrscheinlich niemand je ganz durcharbeiten wird (Absicht?) – führt Rezo also Nachweis für seine niederschmetternde Interpretation der Unions-Politik. Er bietet Quellen auf ... und „überliest“ darin offenkundig positive Kritik. Man nehme - wie er - den Bericht der International Peer Group (Berlin, 2018). Dort heißt es in der Einleitung: „Deutschland scheint für eine ehrgeizige Umsetzung der Sustainable Development Strategy gut aufgestellt zu sein. [...] Seit der Verabschiedung der Agenda 2030 engagiert sich Deutschland weltweit sehr für die Umsetzung der Agenda und den Austausch bewährter Verfahren für die nationale Umsetzung. [...] Zu Recht könnte die Frage gestellt werden: Wenn Deutschland nicht alle Register ziehen kann, wer könnte das?“ Wird da umweltpolitisches Versagen attestiert? Ein weiteres Beispiel, betrifft die Bildungspolitik (Statista, 2018): „Auffällig ist zudem, dass in Deutschland die Bildungsausgaben in absoluten Zahlen hoch sind, gerechnet auf das Bruttoinlandsprodukt des Landes, sind sie allerdings unterdurchschnittlich.“ Rezo hängt sich nur am 2. Halbsatz auf, das passt ja auch besser zu seinem „Ich-rede-alles-schlecht-vor-allem-wenn-ich-es-der-CDU-in-die-Schuhe-schieben-kann-Stil“.

Methode Fake
Die pseudowissenschaftliche Aufarbeitung der Themen in diesem Video ist Fake, nur mit einem anderen gefährlichen Strickmuster. Da wird dann auch gerne mal was verdreht, z. B. wenn partout die Beteiligung der Internetgiganten aus dem Silicon Valley am Widerstand gegen die EU-Urheberrechtsnovelle geleugnet und stattdessen der deutschen Justiz und Politik Einflussnahme durch Fake-Meldungen vorgeworfen wird. Oder wie bei den „Fridays for Future“, wenn Rezo mal eben Demonstrations- und Streikrecht in einen Topf wirft und die organisierte Schulschwänzerei unter Streikrecht abbucht.

Aufstehen, widersprechen und widerstehen
An diesem 55-minütigen Video gäbe es noch vieles mehr abzuarbeiten, womit sich – und darauf legt es dieser Youtuber ja an – am Ende kaum einer in vollem Umfang beschäftigen wird. Über 5 Millionen Aufrufe hat dieses Video bislang erzielt. Rund 10% finden es offenbar gut und es ist der einzige Lichtblick, dass etwa 90% es eben nicht gut finden, auch wenn sie das nicht ausdrücklich verkünden. Gleichwohl muss sich die Politik, aber auch die Gesellschaft damit auseinandersetzen, ob demokratisch nicht legitimierte Einzelpersonen, die auch nicht das Presserecht für sich in Anspruch nehmen können, in der Weise agieren können, wie im vorliegenden Fall. Dabei kann es nicht um Verbote gehen, schon gar um die Zerstörung von Meinungen, wie es der Youtuber Rezo offenbar mit der CDU vorhat. Es geht um die Zivilcourage zum Widerspruch, es geht um’s Aufstehen gegen Diffamierungen und es geht um’s Zwischenrufen, wenn Einzelne mit ihrer Argumentation auf irren Abwegen sind.

 

Eine umfängliche inhaltliche Auseinandersetzung mit besagtem Video findet sich in einer Stellungnahme der CDU Deutschland: "Wie wir die Sache sehen".

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