11.03.2020 15:41:00
von Reinhild Berger

Arzneimittelversorgung in Deutschland:

Abhängig vom asiatischen Raum

Die Botschaft ist schon seit einiger Zeit bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekommen. Die Senioren-Union der CDU weist darauf hin, dass insbesondere ältere Menschen auf eine sichere und verlässliche Arzneimittelversorgung angewiesen sind. Fast jeder hat es bei einem Besuch in der Apotheke schon erfahren: Es gibt immer mehr Lieferengpässe auch bei versorgungsrelevanten Arzneimitteln.

Ärzte und Apotheker sind täglich gefordert, Versorgungslücken zu schließen, indem sie Ersatzmedikationen auswählen. Durch die Corona-Virus-Krise mit vielen Betriebsschließungen in China wird sich die Lage in den nächsten Wochen noch zuspitzen. Experten warnen: Viele Arzneistoffe werden nur noch im asiatischen Raum hergestellt. Wichtige Lieferketten sind bereits jetzt unterbrochen. Wir werden im Laufe des Jahres die Folgen ausgefallener Lieferungen aus dem asiatischen Raum merklich spüren. Fast täglich greifen Fernsehsender und andere Medien das Thema mit Reportagen und Interviews auf. Immer wieder erfahren wir dabei: Die europäische Pharmaindustrie ist bei vielen Arzneistoffen total abhängig von der Produktion in Asien. Fachleute fordern seit längerem, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien und lebenswichtige Arzneistoffe vermehrt wieder in Europa zu produzieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in den letzten Tagen – im Zusammenhang mit den Corona-bedingten Lieferausfällen in China – unmissverständlich geäußert: „Wir müssen uns grundsätzlich fragen: Wollen wir als Volkswirtschaft derart abhängig von einem einzigen Land sein? Meine Antwort ist: Nein!“

Auch wenn die Corona-Krise das Thema aktuell voranbringt: Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind bereits seit 2017 ein Ärgernis. Die Gründe dafür liegen in erster Linie in dem hohen Kostendruck auf dem Arzneimittelmarkt. Zum anderen auch im Gefälle der Sozialsysteme der einzelnen europäischen Länder, zwischen denen aufgrund des erwünschten freien Warenverkehrs mehr oder weniger große Arzneimittelkontingente verschoben werden – je nachdem, wo gerade der meiste Gewinn zu erzielen ist.

Das neue Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz, das im Februar im Bundestag beschlossen wurde, enthält eine Passage, in der es um das zukünftige Management von Arzneimittel- und Versorgungsengpässen geht. Vorgesehen sind vor allem Datenlieferungen, die rechtzeitig Auskunft über mögliche Engpässe geben können, und Vorschriften zur Lagerhaltung besonders versorgungsrelevanter Medikamente.

Die Senioren-Union der CDU in Baden-Württemberg begrüßt alle Maßnahmen, die eine Arzneimittelversorgung hierzulande sicherstellen.

Foto: ABDA

Die Autorin

Reinhild Berger

Reinhild Berger ist Apothekerin im Ruhestand und Fachjournalistin. In der Senioren-Union der CDU ist sie aktiv als

  • Pressereferentin im Landesvorstand Baden-Württemberg und im Bezirksvorstand Nordwürttemberg
  • Beisitzerin im Kreisvorstand Ludwigsburg
  • Beisitzerin im Vorstand des Stadtverbands Ludwigsburg und Umgebung

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