23.02.2020 10:27:00
von Claus Bühnert

Resolution des Landesvorstands der Senioren-Union Baden-Württemberg vom 22.02.2020

Unter dem Eindruck der Morde im hessischen Hanau hat der Landesvorstand der Senioren-Union Baden-Württemberg in seiner jüngsten Klausurtagung unter der Leitung seines Vorsitzenden Rainer Wieland MdEP eine Resolution verfasst, die auch auf den Zusammenhang mit der Verrohung der Sprache und Agressionen im Alltag hinweist.

Senioren-Union der CDU Baden-Württemberg fordert die Abkehr von Gewalt und Rassismus

Die abscheulichen Morde in Hanau, Halle und Lüneburg und anderswo sind entsetzlich und unerträglich. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer, die um sie trauern.

Terrorismus, Rassismus, Hass, Hetze, ideologischer Wahn und Gewalt und dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz finden. Aggression und Verrohung beginnen mit achtloser und nachlässiger Anwendung von Sprache und Rede und steigern sich zu Beschimpfungen und Beleidigungen.
Digitalisierung und Kommunikation in den „sozialen Netzen“ erleichtern es, anonym und einfach zu attackieren, zu verunglimpfen und zu verleumden. Der Abstand zu Gewalt wird immer geringer. Hass, Aggression und Angst zerstören Gemeinschaft, Gesellschaft, den Rechtsstaat und das friedliche Zusammenleben der Nationen.

Würde, Respekt, Wertschätzung, Anstand und Achtung müssen wieder in Sprache und Umgang miteinander ihren Ausdruck finden. Es muss aufhören, dass verbale und körperliche Angriffe auf immer mehr Berufsgruppen zum Alltag gehören. Feuerwehr, Polizei, Rettungskräfte, Lehrkräfte, Zugpersonal, Politiker, Ärzte und Pflegepersonal müssen bei ihrem Dienst für die Gemeinschaft vor Übergriffen geschützt werden. Gleiches gilt für Andersdenkende, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften sowie Menschen verschiedener Hautfarbe und Herkunft.

Der Landesvorstand der Senioren-Union der CDU Baden-Württemberg ruft auf zur Abkehr von Hass und Gewalt und fordert dazu auf, Sprache und Umgang miteinander als wichtigen Teil unserer Kultur für den gesellschaftlichen Zusammenhang zu bewahren und zu stärken.
Dazu unterstützen wir ausdrücklich alle Anstrengungen der baden-württembergischen Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, die Weiterbildung im Hinblick auf eine wertschätzende Gemeinschaft aller zu fördern.

Jeder Einzelne, Elternhaus, Familie, Schule, Vereine, Verbände und alle Parteien und Medien sind verpflichtet, an dieser Aufgabe tatkräftig mitzuwirken und mit guten Beispielen voranzugehen.
Wir erwarten von allen Religionsgemeinschaften verstärkte Signale an ihre Mitglieder, für Toleranz und Wertschätzung Andersgläubiger einzustehen. Religionstoleranz ist ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft und beruht auf Gegenseitigkeit.

Die Strafgesetze müssen den negativen Entwicklungen und gewachsenen Bedrohungen entsprechen, konsequent angepasst und angewandt werden.
Ziel bleibt die Bewahrung einer aufgeschlossenen, demokratischen Gesellschaft des freiheitlichen und friedlichen Zusammenlebens.

 

Titelfoto: C. Bühnert

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