Wenn man derzeit als älterer Mensch die Zeitungen aufschlägt oder sich die Tagesschau ansieht, ist man versucht den Spruch zu sagen,
der uns als Jugendliche schon nervte: „Früher war alles besser“. Überall auf der Welt bedrückende Konflikte, ja
sogar ein Krieg mitten in Europa, begleitet vom Erstarken politischer Ränder, die in manchmal unglaublichen Narrativen den Aggressor zum Opfer machen. Verschwörungstheoretiker haben Hochkonjunktur und die Ampel hinterließ nicht gerade den Eindruck die aktuellen Probleme lösen zu können.
Nun wird früher als erwartet der Bundestag neu gewählt. Die CDU geht mit einer Mischung aus erfahrenen Kräften wie Thomas Bareiß und frischen Köpfen wie Christoph Naser an den Start. In diesen verwirrenden Zeiten bräuchte man einen Kompass für politische Kultur. Ach halt, da gibt es doch Ulrich Müller, der darüber ein Buch geschrieben hat. Na, den wollten wir uns mal anhören.
Unsere demokratische Ordnung gerät zunehmend unter Druck, der gesellschaftliche Zusammenhalt ist in Gefahr und Deutschland verliert an Einfluss und Ansehen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist ein umfassender Konsens von Bürgern, Gesellschaft, Medien und den politischen Parteien nötig, der sich vor allem darauf konzentriert, wie Politik gemacht wird; und nicht: welche. Die gemeinsame Klammer sind Ganzheitlichkeit, Ethik/Fairness und Rationalität, praktische Verantwortlichkeit. Ulrich Müllers Buch richtet sich an alle, die Politik verstehen, erklären, betreiben oder sie verbessern wollen. Es bietet einen breiten Überblick über die verschiedensten Themen und ist insofern ein Kompass zur praktischen Politik, wie sie sich auf den unterschiedlichen Ebenen der
Republik vollzieht und die Müller aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Abgeordneter und Minister genau kennt.
Müller betonte, dass Deutschland vor großen Herausforderungen stehe: zunehmende gesellschaftliche Spaltung, ein rauer Ton in der digitalen Kommunikation und ein sinkendes Ansehen auf internationaler Ebene. „Anstand, Respekt und gelegentlich auch die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen – das täte uns allen gut“, so der ehemalige Minister. Die derzeitigen politischen Debatten, insbesondere in der Regierungskoalition, seien von Konflikten geprägt, statt Lösungen aufzuzeigen.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und regte zu einer lebhaften Diskussion an. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren sich einig: Ein klarer Kompass in der Politik ist nötiger denn je – gerade mit Blick auf die anstehende Wahl im Februar.

Der Kreisvorsitzende der Senioren-Union Zollernalb, Armin Bachmeyer und Bundestagskandidat Christoph Naser bedanken sich bei Ulrich Müller.