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Bild: Hannelore Wied

Kreisverband Freudenstadt

Der frühere Altheimer Allgemeinmediziner Rainer Schauch nutzte seinen “Heimaturlaub” in Horb um über sein Leben und seine Arbeit in seiner afrikanischen Wahlheimat Burundi zu berichten.
Über 40 Jahre war er im Horber Ortsteil Altheim mit seiner Praxis Mediziner aus Berufung. Sein Engagement in Burundi machte ihn weit über die Horber Grenzen hinaus bekannt. Mit Hilfe des hiesigen Rotary-Clubs ließ er in Songa ein Krankenhaus erbauen. Hier lernte er seine Frau Acquiline kennen, die ihm als Dolmetscherin eine wichtige Stütze ist.
Das Leben in dem von Armut, Korruption und häufigen Stromausfällen geplagten Land, erschwert die tägliche Arbeit mit den Patienten sehr. Durch die massive Energiekrise gibt es kein Benzin. Weder als noch Treibstoff für die Autos noch für Notstromaggregate. So blieben nur lange Strecken zu Fuß. Die Sprechstunden im Krankenhaus konnten nur noch ein Mal pro Monat abgehalten werden. Da die Patienten nicht mehr in die Praxis anreisen konnten, musste die Praxis aufgegeben werden, die Dr. Schach mit einem Partner betrieb. Seine Herzpatienten kann er jetzt in einer Poliklinik behandeln. Dort muss er jedoch 50% seiner Einnahmen abgeben. “Die medizinische Versorgung in Burundi ist grottenschlecht, es gibt keine Krankenversicherung und die Patienten müssen die Behandlung aus eigener Tasche zahlen”, erklärt er und ergänzt, dass er deshalb immer abwägen muss, von wem er welches Honorar nimmt. Sein pragmatischer Ansatz dabei ist, dass die Vermögenden für die anderen mitzahlen müssen.
Ein reich bebildeter Vortrag umrahmt von der Beschreibung einiger medizinischer Fälle veranschaulichten das Leben und Wirken von Dr. Schach und seiner Frau in Burundi. Eigentlich ein Paradies, sagte er. Aber militärische Konflikte erschweren die Arbeit und auch die persönliche Sicherheit zusätzlich: “Vielleicht schlagen wir bald wieder hier auf”, merkt er mit einem bangen Blick in die Zukunft an.

Maria Klink bedankte sich bei ihrem Stellvertreter Andreas Bronner, auf dessen Vermittlung dieser informative Vortrag zustande kam. Gerne nahm Dr. Schach eine Spende der Anwesenden an, für “die Entwicklungshilfe, die etwas bewirkt”. Erst recht dann, wenn der Herr aus Amerika seine Hilfe einstellt. “Denn dann wird es richtig knapp”, machte Dr. Schach deutlich.

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