CDU Senioren Union zieht positive Resonanz
Vorstand wieder gewählt/ deutliches Profil in der Kommunalpolitik gefordert
Die CDU Senioren Union Wertheim führte in diesen Tagen ihre Mitgliederversammlung mit positiven Beschlüssen durch. So wurde der Vorstand einstimmig gewählt und beauftragt, die erfolgreiche Arbeit der vergangen 12 Monten fortzusetzen. Gleichzeitig wurden Forderungen für ein deutlicheres CDU-Profil in der Kommunalpolitik formuliert. Die Mitglieder sendeten über ihre Beiträge Signale an die CDU- Gemeinderatsfraktion, sich noch intensiver für die Fortentwicklung Wertheims einzusetzen.
Der Senioren Union Vorsitzende Jochen Müssig begrüßte am vergangenen Dienstag zahlreiche Mitglieder zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zorbas. In seinen Eingangsworten streifte Müssig zunächst Ereignisse der Kommunalpolitik in den zurückliegenden 12 Monaten, bevor er kurz auf die Landes- und Bundespolitik einging. So führte er mit Freude aus, dass sich das Bürgerspital Wertheim inzwischen stabilisiert hat und sich die CDU- Fraktion im Gemeinderat schwerpunktmäßig für die Aufgabenbereiche Kindergarten und Schule einsetzt. Auch die Mittelverwendung des Bundes-Sondervermögens, die Verkehrsinfrastruktur und die Haushaltsberatungen standen auf der to do Liste der CDU. Bedauernd wurde registriert, dass in der auf Kreisebene eingesetzten Schienen- Zukunftskommission die Maintalbahn nur rudimentär berücksichtigt wird. „Die Maintalbahn ist für Wertheim allerdings mindestens gleichwertig wie die Tauberbahn zu berücksichtigen“, so Müssig. Und eine positive Entscheidung wird auch für den Brückenschlag vom Spitzen Turm zur Bahnhofsstraße erwartet, damit die Altstadt wieder mehr Leben erfährt. “Im Bereich Bahnhofsstraße ist inzwischen viel los, während in der Altstadt die Besucherfrequenz mitunter sehr zu wünschen lässt“, so Müssig weiter. „Beide Gebiete – Altstadt und Bahnhofstraße- sollten deshalb enger miteinander verknüpft werden“.
Während in Baden-Württemberg die CDU mit nahezu gleichen Stimmenanteilen mit den Grünen die Regierung bildet, ist die Situation bundespolitisch schwieriger. So erstarken die Parteien links und rechts und die demokratische Mitte mit der CDU verliert an Zustimmung. Vehement kritisiert wurde in diesem Zusammenhang die Vorgehensweise in Berlin, wo SPD und Grüne die Zusammenarbeit mit „Der Linken“ ins Auge fassen, um sodann die Enteignung von Wohnbaugesellschaften durchzuführen. Das sind keine demokratischen Signale, die sowohl national als auch international kritisch gesehen werden.
Jahresrückblich, Kassenbericht, Entlastung und Neuwahl
Rasch wurde die weitere Tagesordnung abgewickelt. So erinnerte Vorsitzender Jochen Müssig an die durchgeführten Veranstaltungen. So stand im November 2025 der Besuch des Wohnstifts im Hofgarten auf dem Programm, im Januar 2026 wurde das neue Finanzzentrum der Volksbank in Bestenheid und im März die Firma Holzbau Dobslaff besucht. Im Mai wurde das Handwerk in Wertheim mit den Referenten Geschäftsführerin Angelika Gold und Kreishandwerksmeister Timo Szabo in den Mittelpunkt gerückt, im Juni wurde das neue B&B Hotel kennengelernt und im September 2026 das Bürgerspital besucht. Dort wurden zunächst von Direktorin Daniele Schweitzer Zahlen und Fakten zur positiven Entwicklung des Bürgerspitals genannt, bevor umfassend, u.a. von Chefärztin Dr. Sandra Rückert, über die Maßnahmen bei einem Schlaganfall referiert wurde.
Den Kassenbericht stellte Ehrenvorsitzender Jürgen Küchler vor, der von einem kleinen Guthaben berichten konnte. Ihm wurde von Kassenprüfer Bernd Hartmannsgruber eine einwandfrei Kassenführung bescheinigt, so dass sowohl der Rückblick über die Veranstaltungen als auch der Finanzbericht mit vorbehaltloser Zustimmung angenommen wurden.
Die Entlastung des Vorstands und die Neuwahl führte Fraktionsvorsitzender „Axel Wältz durch. Er dankte allen Akteuren für ihren Einsatz und hob die breite Themen-Auswahl hervor. „Man spürt“, so Axel Wältz, „die Senioren Union ist mitten im gesellschaftlichen Leben dabei“. Die Neuwahlen erfolgten jeweils einstimmig und Vorsitzender Jochen Müssig, 1. stellv. Vorsitzender Prof. Stefan Gläser, 2. stellv. Vorsitzender Albrecht Krimmer, Beisitzer u. Kassenwart Jürgen Küchler, Beisitzer u. Kassenprüfer Bernd Hartmannsgruber sowie die Beisitzer Heidemarie Graf und Alfons Göpfert wurden wiedergewählt. Neu in den Vorstand- ebenfalls mit einstimmigen Votum- rückten Berthold Jäger und Dr. Michael Feist nach. Rolf Lambertz, der nicht mehr kandidierte, wurde für seine Tätigkeit herzlich gedankt.
Lebendige Aussprache
Gemäß dem Motto „Senioren Union hellwach!“ nutzen die Mitglieder die Möglichkeit, ihre Anliegen, Wünsche und Forderungen vorzutragen. So monierte Alfons Göpfert die E-Roller Fahrer in der Altstadt, die mit hoher Geschwindigkeit über den Marktplatz und durch die Gassen sausen. Diesbezüglich wird ein Eingreifen des Ordnungsamtes gewünscht und Berthold Jäger verwies in diesem Zusammenhang auf die mögliche digitale Gebietsabgrenzung (geofencing). Diskutiert wurde über die Task-Force Altstadtreinigung, die trotz ihrer Überorganisation Handlungsdefizite aufweist. So wurde beispielsweise das Fehlen von dauerhaften Blumenbeeten in der Altstadt moniert und Brigitte Gläser appellierte, wegen der achtlos weggeworfener Zigarettenkippen den Rauchern Entsorgungsmöglichkeiten anzubieten. Prof. Stefan Gläser bedauerte, dass die CDU derzeit auf Bundesebene leider nicht hellwach sei und führte aus, dass die Politik nicht abstrakt, sondern schon immer dort gestaltet wurde, wo die Menschen leben. Nämlich in den Städten und Dörfern. Er wünschte sich deshalb von der CDU-Gemeinderatsfraktion ein schärferes Profil, um Vertrauen zurückzugewinnen und über Anträge die Weiterentwicklung der Stadt und der Dörfer voranzubringen. “Ich erwarte Impulse“, so der Alt-OB und kritisierte Richtung Rathaus, die Distanz zum Landrat und Kreistag, “die unserer Stadt schadet“. Er monierte, dass seitens der Stadt immer von 2,75 Mio € Zahllast an das Bürgerspital gesprochen wird. Da sich Wirtschaft, Bürger und Nachbarkommunen und alsbald wohl auch der Landkreis einbringen, ist diese Behauptung unredlich. Denn der Stadthaushalt wird netto nur mit 1,25 Mio € belastet. Zudem wird vergessen, dass neben dem bedeutenden medizinischen Aspekt das Bürgerspital inzwischen ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor ist und über 200 Menschen Arbeit und Lohn verschafft. Er forderte auch kurzfristige Lösungen, für die nach wie vor in der Altstadt sichtbaren Abfallkübel und brachte ein Zuschussprogramm für die betroffene Bürgerschaft zum Bau von Sichtschutz ins Gespräch.“ Die Altstadt ist unser Juwel und da muss ein Hilfsprogramm mit einer auskömmlichen Summe möglich sein“, so Stefan Gläser. Er erinnerte wegen der sommerlichen Hitzephase an die in seiner Amtszeit vorhanden gewesenen Trinkbrunnen und kritisierte vehement, dass die Jahresschlussrechnungen für die städtischen Haushalte der letzten Jahre noch immer fehlen. Gläser empfahl zudem ein Stadtentwicklungskonzept einzubringen, um die offenen Fragen: wie geht es mit dem „Gebäude Alte Steige nach Wegzug der Gemeinschaftsschule“ und mit dem Projekt „Leben am Wasser“ weiter, beantworten zu können. Handlungsbedarf sieht auch er für die schon lange geplante Brücke vom Spitzen Turm zur Bahnhofsstraße. Ebenso werden Entscheidungen für das Gelände ehemalige Molkerei in der Mühlenstraße und das Gelände nördlich des Bahnhofes vermisst. Weitere Themen waren beispielhaft der als notwendig angesehene Schrägaufzug zur Burg und der miese Zustand der alten Eisenbahnbrücke in der Leberklinge. Ebenso forderte er bei den Schulbauvorhaben kostengünstigere Varianten zu prüfen und nannte die Systembauweise. Die Ausführungen des Alt-OB wurden mit großem Beifall bedacht. Vorsitzender Jochen Müssig dankte für die gegebenen Anregungen. Gemeinsam mit Axel Wältz führte er aber klärend aus, dass einiges des Gesagten von der CDU im Gemeinderat bereits vorgetragen wurde. Allerdings wird nicht jede Wortmeldung in den Medien publiziert, wie beispielsweise die CDU- Forderungen, die Jahresschlussrechnungen zeitnah vorzulegen, die Ortschaften über weitere Kompetenzen zu stärken oder brachliegendes Industriegelände wieder zu beleben.
Ausblick und Jubilare
Unter den folgenden Tagesordnungspunkten informierte Vorsitzender Jochen Müssig, dass am 20. November 2026 Bundesverkehrsminister Stefan Bilger nach Lauda-Königshofen kommt und die Senioren Union CDU Wertheim am 7.12.2026 den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Alois Gerig für einen Vortrag und Austausch gewinnen konnte. Weitere Vorhaben sind geplant und so wird es u.a. um die heimische Landwirtschaft sowie um die Stärkung der Demokratie in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung gehen. Angedacht ist auch ein Besuch im Roxy Kino.
Herzlich wurde 5 Altersjubilaren gratuliert, die im zurückliegenden Jahr ihren 80. bzw. 90. Geburtstag feiern konnten. Zugleich wurde diesen Persönlichkeiten für ihr Mitwirken und ihre Treue zur CDU und zur Senioren Union der Dank ausgesprochen. Ebenso wurde berichtet, dass die Mitglieder- und Gästezahl der Senioren Union Wertheim weiter steigend ist und sich über 70 Personen regelmäßig für die jeweiligen Veranstaltungen interessieren.
Abschließend dankte Vorsitzender Müssig für die rege Teilnahme und das Mitwirken.
gez. Jochen Müssig
Vorsitzender Senioren Union der CDU Wertheim
Königsberger Straße 11
97877 Wertheim
jochenmuessig@aol.com
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