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Herbert Schiffels bei seinem beeindruckenden Vortrag, Foto: Klaus Keller

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Die Technik macht Fortschritte. Warum Kriege, Krisen und Klimakatastrophe uns trotzdem einholen.“

24. Juni 2026
von Klaus Keller
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Zitate aus dem Vortrag, Foto: Klaus Keller

Wieder einmal hat Herbert Schiffels, ehemaliger Vorsitzender des Kreisverbandes Freiburg mit einem gut recherchierten und aufbereiteten Vortrag unseren Horizont erweitert. Dieses Mal befasste er sich mit dem Bibelvers aus dem Buch Prediger: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“, der auch häufig in der Übersetzung: „Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan hat, wird man wieder tun.“
Mit Zitaten aus einigen Büchern, die er auch als „Sommerlektüre“ empfahl, untersucht er die „Wahrheit“ dieses Bibelszitats. So wies er auf das Buch „Same as Ever“ hin, in dem Morgan Housel erläutert, was in einer ständig wandelnden Welt doch erstaunlich beständig bleibt. Dem setzt er „Den schwarzen Schwan“ von Nassim Nicholas Taleb entgegen, der mit unwahrscheinlichen Ereignissen, die niemand für möglich hielt doch erklärbar macht.
Aus Fiktion wird Realität und als Beispiele führte Schiffels an:
– Die Waffenentwicklung von der Steinschleuder zur Drohne mit KI.
– Die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Religionen in vielen Facetten.
– Das Weltklima.
– Die unterschiedlichen Pandemien auf der Welt.
– Die Entwicklung der Staaten und deren Politiksysteme.

Peter Sloterdijk, ein deutscher Philosoph und Kulturwissenschaftler, setzt sich in seinem Buch „Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute“ u.a. mit Trump auseinander, der bei der UN-Vollversammlung im September 2025 zum Klimawandel behauptete:
– der größte Betrug, der jemals auf der Welt begangen wurde,
– wenn ihr nicht von diesem grünen Schwindel ablasst, wird euer Land scheitern,
– die CO2-Bilanz ist ein von Menschen mit bösen Absichten erfundener Schwindel,
– all diese Prognosen der UN und anderer waren falsch. Sie wurden von dummen Menschen gemacht.
Hieraus zieht er den Schluss, dass „wir uns in einer Art von weltgeschichtlichem Urlaub befunden haben und wir im Moment mitten im Einreiseverkehr sind. Welch ein Statement!

Nachdenklich stimmt dann auch ein Zitat aus dem Buch „De civititate Dei“ von Augustinus 400 Jahre v. Chr. in dem ein von Alexander dem großen gefangener Pirat gefragt wird, „was ihm einfalle, das Meer unsicher zu machen. Der Pirat antwortet sinngemäß: Weil ich es mit einem kleinen Schiff tue, nennt man mich Räuber; weil du es mit einer großen Flotte tust, nennt man dich König.“ Hieraus lässt sich in die heutige Zeit übersetzen: Was sind überhaupt Reiche, wenn die Gerechtigkeit fehlt, anderes als große Räuberbanden? Denn auch die Räuberbande ist ein Verein von Menschen, wird von einem Führer regiert, ist durch einen Gesellschaftsvertrag verbunden, besitzt ihre eigenen rechte, führt Streitereien, und wenn die Kraft zu groß wird – sei es durch die Zulassung der Straffreiheit -, besetzt sie Gegenden, gründet Städte, unterwirft Völker, und dann zeigt sich offen, was bisher durch geringe Macht verborgen war, dass nämlich ein Staat nichts anderes ist als eine große Räuberbande. Welch ein Gedanke !
Zum Schluss seiner Betrachtungen zitiert Schiffels Einstein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Und dann noch Lotse: „Tue die schwierigen Dinge, solange sie einfach sind, und tue die großen Dinge, solange sie klein sind.“

Und wenn die KI zum Bibelzitat gefragt wird, gibt es folgendes Statement:
Der Zyniker sagt: Der Mensch denkt, und dann geht sowieso alle schief.
Gläubige sagen: Der Mensch denkt, Gott lenkt.
Der Realist sagt: Wir denken, wir lenken mit – aber wir bleiben demütig, weil der Nebel dichter ist, als wir dachten.

Man kann also nur zur Schlussbewertung kommen, dass das Bibelzitat doch eindeutig aus einer anderen Welt stammt und nur schwer mit der heutigen Zeit in Einklang zu bringen ist.

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