Die CDU-Ortsvorsitzende von Bad Krozingen, Fanny Ruch, begrüße mehr als 100 Personen zum Fachgespräch über Gesundheit und Pflege, zu dem Auch die Senioren-Union Südbaden und der CDA eingeladen hatte.
Der örtliche Landtagsabgeordnete Dr. Patrick Rapp leitete das Fachgespräch zwischen Birgit Schaer, Diözesandirektorin und Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für die Erzdiözese Freiburg, Winfried Plötze von der BARMER, Dr. med. Gisa Weißgerber, Hausärztin, Christoph Steiert, Geschäftsführung Sozialstation Südlicher Breisgau und Susanne Hierholzer, Geschäftsführerin Theresienklinik.
Im Impulsreferat stellte Birgit Schaer zuerst fest, dass Pflege und Krankenhäuser teuer sind und vor enormen Reformdruck stehen. Hierunter darf die Versorgungssicherheit nicht leiden und es gibt die vielen unterschiedlichen Krankheit- und Pflegefälle zu berücksichtigen. Bund und Länder sind für die Daseinspflege zuständig, sehen sich aber durch den demographischen Wandel der Bevölkerung und der zunehmenden Vulnerabilität vor vielfältigen Herausforderungen. Hinzu kommt der Mangel an mehr als 1.000 Hausärzten und an Pflege- und Pflegehilfskräfte. Hinzu kommt, dass es große regionale Unterschiede gibt, bereits heute gibt es Überlastungen wegen fehlendem Personal und die familiären Strukturen können auch nicht mehr so viel leisten wie früher. Es gibt nicht die eine Stellschraube um Verbesserung zu bewirken, aber es gibt auch Abhängigkeiten untereinander. Der Verbund von Krankenhaus-Pflege-Pflegedienste und stationären Ärzten weist noch zu viele Schnittstellen aber auch Abhängigkeiten auf. Abhilfe könnte durch Verlagerung von Zuständigkeiten entsprechend der Ausbildung und Befähigung z.B. der Pflegekräfte erreicht werden. Aber auch die Sozialstationen und deren Zuständigkeiten sowie der Pflegeheime müssen auf den Prüfstand.
In der Diskussion der Fachkräfte spielten neben den Kosten auch die immer noch vorhandenen Doppelstrukturen eine Rolle. eine große Rolle. Die Löhne und Sachkosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen und der finanzielle Aufwand ist von immer weniger Personen selbst tragbar. Hierzu tragen nicht nur gesetzliche Regelungen (Einbett-Regelung im Pflegeheim) und auch die Kostenübernahme für Infrastruktur durch die Betroffenen bei. Man war sich einig, dass es hier zur Neugestaltung der Pflegesätze und der zwingend notwendigen Strukturen kommen muss. Nicht unerwähnt blieb auch, dass die Einnahmenseite durch Erhöhung der Einzahler verbessert werden könnte.
Zum Abschluss war man sich einig, dass die Herausforderungen lösbar sind, da es akut nicht an zu wenig Ressourcen liegt, sondern nicht unwesentlich an deren Verteilung. Hinzu kommt, dass die Politik auch vor unangenehmen Strukturentscheidungen steht, insbesondere in der Krankenhausstruktur und auch die Sozialstationen einer kritischen Überprüfung bedürfen.
Dr. Rapp bedankte sich zum Abschluss bei allen Beteiligten für den offenen Gedankenaustausch und die vorgetragenen Anregungen.