In Zeiten einer sehr kritischen geopolitischen Lage sorgen Europaabgeordnete der Grünen dafür, dass das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten erst einmal nicht zustande kommt. Ein freier bzw. erleichterter Handel mit den Ländern dieser Wirtschaftsorganisation in Lateinamerika wäre angesichts der sprunghaften Zollpolitik von Trump und der aggressiven Außenwirtschaft Chinas sehr hilfreich gewesen. Die Chance auf einen “Druckausgleich” für Unternehmen und Arbeitsplätze hierzulande wurde damit vereitelt.
Erstaunlich ist, dass führende Politiker der Grünen nun versuchen, sich aus der Mitverantwortung herauszureden, allen voran der grüne Spitzenkandidat Özdemir. Im Wahlkampf gibt er gerade den wirtschaftsfreundlichen Versteher der baden-württembergischen Unternehmen. In Wirklichkeit ist er nur ein Trugbild, das die wahre wirtschaftsferne Ideologie der Grünen verbergen soll. Und deshalb ist seine Kritik an seinen grünen Freunden im Europaparlament auch nur ein scheinheiliges Lippenbekenntnis. Er mag ja Wirtschaftsförderung wollen, aber seine grüne Partei stellt sich ihm da in den Weg. Das sind keine guten Bewerbungsunterlagen für einen, der das höchste Amt im Wirtschaftsland Baden-Württemberg anstrebt.
Außerordentlich bemerkenswert ist es übrigens, dass sich führende Vertreter der Grünen mit ihrem Votum kurz eine Auszeit von ihren selbsterhöhenden Moralvorstellungen genommen haben: Mal eben rüber über die ansonsten gehegte Brandmauer und mit der AFD abstimmen. Bleibt nur noch zu fragen: Wo sind die sich empörenden Demonstranten vor der Parteizentrale der Grünen und wo sind die hinterfragenden Talkrunden im öffentlich-rechtlichen TV zu diesem Vorfall?