Geboren in Nordstetten bei Horb 1883 legte er am altsprachlichen Gymnasium Rottweil das Abitur ab und studierte Rechtswissenschaften. 1910 eröffnete er in Rottweil eine Anwaltskanzlei. Er wurde Mitglied der Zentrumspartei, wobei er konsequent für die Rechte der katholischen Kirche eintrat.
Seinen ersten öffentlichen Auftritt von Rang hatte er im Pflugsaal im November 1918, als er sagte, die schlimme Entwicklung Deutschlands sei “beim alten morschen System” zu suchen.
Er wurde zum Landtagsabgeordneten gewählt und später zum Fraktionssprecher, zudem war er Mitglied des Gemeinderats Rottweil. Ihm ist zu verdanken, daß Matthias Enzberger , einer der Unterzeichner des Waffenstillstands, im Reichstagswahlkampf 1920 nach Rottweil kam, um im Sonnensaal vor über tausend Zuhörern zu sprechen. 1928 kam es mit Staatspräsident Eugen Bolz zu einer Mitte-Rechts-Regieerung in Stuttgart. Bolz und Bock lehnten ein Regierungsbündnis mit der SPD ab, da im Gegensatz zur SPD das Zentrum föderalistisch eingestellt war und zudem für die konfessionelle Trennung in der Volksschule eintrat.
Im Jahr 1932 wurde die NSDAP zur stärksten Fraktion im Stuttgarter Landtag. Bei dieser Gelegenheit sagte Bock, der NS-Staat “wäre ein Zustand von Unfreiheit auf allen Gebieten, ein Zustand der Glaubensunfreiheit und Gewissensknebelung”. 1933 wurden alle Abgeordneten des Landtags, außer denen der NSDAP, aus dem Landtag vertrieben, ein gleiches geschah mit den Gemeinderäten.
Ende August 1944 wurde er zusammen mit anderen Rottweiler Zentrumsmitgliedern im Rahmen der “Aktion Gewitter” ohne richterliche Entscheidung für eine Woche in “Schutzhaft” genommen. In Wahrheit handelte es sich um eine Geiselnahme als Folge des Stauffenberg-Attentats vom 20. Juli.
Nach der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten wurde er 1946 in den Rottweiler Gemeinderat und die “Kreisversammlung” gewählt. Im gleichen Jahr wurde er Abgeordneter im Landtag des neugebildeten Landes Württemberg-Hohenzollern, schließlich am 8. Juli 1947 Staatspräsident. Hier trat er entschieden auf gegen die Demontagen in der Industrie von Seiten der französischen Besatzungsmacht, ebenso gegen Abholzung von Wäldern.
Er starb bereits am 4. August 1948, seine beiden Söhne sind im Krieg gefallen. Als entschiedener Gegner der Todesstrafe machte er Gebrauch von seinem Begnadigungsrecht, doch erst mit dem Grundgesetz von 1949 wurde die Todesstrafe abgeschafft.
Wolfgang Vater, März 2026
Bild:Lorenz Bock (1883–1948), erster Staatspräsident von Württemberg-Baden.
Quelle: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart / Wikimedia Commons (gemeinfrei