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Werbeflyer für die Veranstaltung am 28.04.2026

“Wehrpflicht, Wehrfähigkeit und Krisenresilenz“ – eine Veranstaltung von JU und SU Rems-Murr

18. Mai 2026
von Hartmut Singler
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Begrüßung durch Stellvertretende Vorsitzende der SU Rems-Murr

Das Thema „Wehrpflicht, Wehrfähigkeit und Krisenresilenz“ – könnte nicht aktueller sein. Der Vortrag von Prof. Dr. Benedikt Friemert am 28.04.2026 in Backnang hierzu, hat uns eindrucksvoll gezeigt, vor welchen sicherheitspolitischen Herausforderungen wir stehen – und welche Antworten wir jetzt brauchen.
Das Thema des Vortrages ist leider in unserer Gesellschaft noch nicht richtig angekommen, das hat uns Prof. Dr. Friemert deutlich vor Augen geführt. Unser Wohlstand und das sichere Leben in den letzten Jahrzehnten hat uns in falscher Sicherheit gewiegt. So werden die Risiken unterschätzt, was zu einem Mangel entsprechender Vorbereitung auf Krisen aller Art führt.
Sein Vortrag begann mit der Geschichte der nach dem Krieg entstandenen jungen Bundesrepublik und der Wiederbewaffnung Deutschlands. Der Kalte Krieg mit der Bedrohung durch den Warschauer Pakt führten 1955 zur Gründung der Bundeswehr. Äußere Bedrohungen (Verteidigungsfall), innere Notstände und Katastrophen führten 1968 zur Verabschiedung der Notstandsgesetze die dem Staat erlauben in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben. Wer und was in solchen Fällen zuständig ist, hat er an Beispielen gezeigt. Vieles davon war den meisten Zuhörern unbekannt und man merkte deutlich wie wenig wir uns bisher mit solchen Krisensituationen auseinandergesetzt haben.
Auch die Aufgaben der Bundeswehrkrankenhäuser, fünf an der Zahl, wurde uns erläutert. Grundsätzlich sind alle Bundeswehrkrankenhäuser fest in das zivile Gesundheitssystem integriert, was auch die Teilnahme an der Notfallversorgung miteinschließt, sie fungieren als Versorgungskrankenhäuser. In Friedenszeiten unterstützen sie zusätzlich da, wo es sinnvoll ist.
Mit den 1.850 Betten der Bundeswehrkrankenhäusern ist der Sanitätsdienst der Bundeswehr nicht in der Lage, alle deutsche Soldatinnen und Soldaten wie auch die Verwundeten der NATO-Länder versorgen zu können. Die größte Anzahl wird in zivilen Gesundheitseinrichtungen versorgt werden.. Zu erwarten ist auch noch eine größere Zahl an Flüchtlingen, von denen viele sicher auch hier in Deutschland behandelt werden müssen. Darauf ist das Gesundheitssystem – Stand jetzt – nicht wirklich vorbereitet.
Als erstes müssten sich die betroffenen Akteure – Politik, Gesundheitswesen, Industrie, Bundeswehr – zusammensetzen und gemeinsam prüfen, welche Szenarien realistisch sind und welcher Mehrbedarf daraus resultiert. Etwa an medizinischem Personal, an Medikamenten oder an Medizinprodukten. Das ist bislang nicht geschehen. Zu erwarten ist, dass wir im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung an verschiedenen Stellen in einen Ressourcenmangel kommen werden.
Die medizinische Versorgung hat eine Schlüsselrolle im Krisenfall. Wir müssen jetzt die Strukturen schaffen, die in der Krise notwendig sind. Das Ziel muss der Aufbau eines resilienten, dual nutzbaren Systems medizinischer Versorgung sein, das sowohl im Alltag als auch im Krisenfall tragfähig ist.
Konzepte dazu sind in einer nationalen Resilenzstrategie verankert. Die Sicherung von Energieversorgung, Wasser, Telekommunikation und Ernährung hat oberste Priorität. Die Vernetzung zwischen Bund, Ländern, Hilfsorganisationen sowie Betreibern kritischer Infrastrukturen wird kontinuierlich ausgebaut.

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