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Der alte "Ostblock" im Bild.

Zeitreise durch den ehemaligen Ostblock – Vortrag von Gunnar Härtling bei der Seniorenunion Rems-Murr.

16. Oktober 2026
von Hartmut Singler
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IHR-Firmenpräsenz in Mittel- und Osteuropa.

Am 14. Oktober 2026 begrüßte die Seniorenunion Rems-Murr ihre Mitglieder zu einem besonderen Vortragsabend. Der Kreisvorsitzende Gunnar Härtling berichtete unter dem Titel „Meine Erfahrungen im ehemaligen Ostblock“ über mehr als vier Jahrzehnte persönlicher und beruflicher Erlebnisse in Osteuropa, Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.]
Der Vortrag schlug einen Bogen von der Geschichte des Ostblocks über die Entwicklung Russlands nach dem Zerfall der Sowjetunion bis hin zu zahlreichen persönlichen Erfahrungen aus Projekten und Geschäftsreisen in mehr als einem Dutzend Ländern Mittel- und Osteuropas.
Zu Beginn erläuterte Gunnar Härtling die Entstehung, Struktur und den Zerfall des Ostblocks. Er zeigte auf, wie politische Kontrolle, der Warschauer Pakt, die Planwirtschaft des RGW sowie die kommunistische Ideologie die Staaten Osteuropas über Jahrzehnte prägten. Besondere Aufmerksamkeit galt den Reformen Michail Gorbatschows, dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991.
Im zweiten Teil zeichnete er die historischen Entwicklungslinien Russlands von der Kiewer Rus über das Zarenreich und das Russische Kaiserreich bis zur Sowjetunion nach. Dabei wurde deutlich, wie historische Deutungen bis heute das politische Selbstverständnis Russlands beeinflussen.
Anschließend ging der Referent auf die turbulenten 1990er Jahre ein. Themen waren die Privatisierung staatlicher Betriebe, die Entstehung der Oligarchen, die Verfassungskrise von 1993 sowie die politische und wirtschaftliche Transformation Russlands. Ebenso beleuchtete er die Machtkonsolidierung unter Wladimir Putin, die zunehmende Kontrolle über Medien und Wirtschaft sowie die außenpolitischen Konflikte im postsowjetischen Raum.
Einen besonderen Eindruck hinterließen seine persönlichen Erinnerungen. Als geschäftsführender Gesellschafter der IHR GmbH Hofmeister + Rumpf war er seit den frühen 1980er Jahren an zahlreichen Industrie- und Infrastrukturprojekten beteiligt. Seine Unternehmensgruppe unterhielt Niederlassungen unter anderem in Moskau, Warschau, Budapest, Prag, Kiew, Almaty und Taschkent.
Anhand konkreter Beispiele schilderte Gunnar Härtling die Herausforderungen der Arbeit im ehemaligen Ostblock. Dazu gehörten Projekte im Traktorenwerk Tscheboksary, der Bau eines Katalysatorwerks in Novouralsk, Flughafenprojekte in Russland, Tschechien, Kasachstan und der Ukraine sowie zahlreiche Begegnungen mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Besonders eindrücklich waren seine Schilderungen des „Schwarzen Oktobers“ 1993 in Moskau, den er mit seinem damaligen Büro in unmittelbarer Nähe des russischen Parlamentsgebäudes miterlebte.
Zum Abschluss zog Gunnar Härtling ein persönliches Fazit. Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit erfordere nicht nur technische Kompetenz, sondern vor allem Verständnis für lokale Gegebenheiten, vertrauensvolle Beziehungen und den Umgang mit unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systemen. Die Entwicklungen im ehemaligen Ostblock seien für ihn keine abstrakte Geschichte geblieben, sondern durch zahlreiche Begegnungen und Projekte unmittelbar erlebte Realität geworden.
In der anschließenden Diskussion nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Referenten über die aktuellen Entwicklungen in Osteuropa sowie die sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas ins Gespräch zu kommen. Der Vortrag stieß auf großes Interesse und vermittelte den Zuhörern einen seltenen Einblick in die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche einer ganzen Region aus erster Hand.

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